Handicapkurs
Eine der edelsten Sportarten in unserer Zeit ist das Golfen. Längst ist sie nicht mehr nur den reichen und betuchten Gesellschaftsschichten vorbehalten. Zwar kann dieser Sport sehr teuer werden, wenn man jedoch von der in der Regel kostspieligen Ausrüstung einmal absieht, kostet dieser Sport kaum mehr als jeder andere Sport ebenfalls. Jeder, den einmal das Golffieber gepackt hat, ist stets darum bemüht, sein eigenes Handicap zu verbessern. Er versucht demnach, durch ein kontinuierliches Training immer besser und besser zu werden. Doch was genau ist eigentlich ein „Handicap“? Nun, ein Handicap beim Golfspiel ist die Anzahl der Schläge, die der Golfspieler schlagen darf, um einen Ball einzulochen, welcher über der Platzzahl liegt. Wer dementsprechend bei einer Platzzahl von 62 80 Schläge benötigt, um den Ball einzulochen, hat ein Handicap von 18. 80 benötigte Schläge abzüglich der vorgegebenen Platzschläge - in diesem Falle also 62 - ergibt eine Differenz von 18: das Handicap des Spielers.
Um sein eigenes Handicap verbessern zu können, muss ein Spieler… üben, üben, üben. Denn einzig und allein durch ein regelmäßiges Training ist es ihm möglich, seine eigenen Schläge genauer zu platzieren, um eher einlochen zu können. Das eigene Handicap zu verbessern oder zu verschlechtern, ist allerdings nur dann möglich, wenn der Golfer in speziell registrierten Turnieren spielt. Liegt seine Schlaganzahl über oder unter seinem eigenen Handicap, so hat er dieses verbessert oder verschlechtert. Selbstverständlich ist es nicht nur möglich, das eigene Handicap zu verbessern, natürlich kann es auch vorkommen, dass man unter den eigenen Rekord fällt. Hier hat der Golfer allerdings immer noch eine Chance - nämlich die so genannten Pufferschläge. Es besteht die Möglichkeit, sofern der Spieler schlechter als sein eigenes Handicap spielt, nur eine gewisse Anzahl von Schlägen schlechter ist, die ihm allerdings nicht angerechnet wird. Diese so genannten Pufferschläge verhindern, dass der Golfer sich nach dem Turnier in seinem Handicap verschlechtert. Der Verbesserung sind dagegen keinerlei Grenzen gesetzt. Bei jedem Schlag, den der jeweilige Spieler besser ist, als sein Handicap, kann eine Handicapverbesserung erreicht werden. Erwähnenswert ist, dass die einzelnen Platzzahlen der Schläge vom Schwierigkeitsgrad des Golfplatzes abhängig sind. Die so genannte Platzzahl bezeichnet die Anzahl an Schlägen, die normalerweise benötigt werden dürfen, um den Ball einzulochen. Jeder Schlag darüber errechnet das persönliche Handicap. Um es auf den Punkt zu bringen: mit einem Handicap vergleicht man gewissermaßen zwei Golfer, selbst wenn sie nicht gleich stark spielen. Denn von der erreichten Schlagzahl zieht man letztendlich das jeweilige Handicap des Golfers ab und erhält somit einen Wert, der sich leicht mit jedem anderen Spieler vergleichen lässt. Die Handicap-Rechnung beginnt bei -54. In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage, wie man das eigene Handicap verbessern kann. Neben der regelmäßigen Übung, die den eigentlichen Golfmeister ausmacht, kann es sich als sinnvoll erweisen, entweder einen Trainer zu beauftragen oder aber tatsächlich Golfunterricht zu nehmen. Ein Experte dieser Sportart erteilt jedem Interessenten einen fachlich kompetenten Unterricht, gibt nützliche Tipps, wie man noch besser Golfspielen kann, und trägt dazu bei, dass der Enthusiasmus beim Golfspielen immer weiter wächst.
In den meisten Golfclubs werden so genannte „Handicapverbesserungskurse“ angeboten. In einem solchen Kurs lernt der Golfspieler, sein „langes“ und „kurzes“ Spiel zu verbessern und Schräglagen, schlechte Lagen und Spezialschläge werden am Platz eingeübt. Nach Absolvierung dieses Kurses sollte sich ein gewisser Erfolg eingestellt haben - auch hinsichtlich der Verbesserung der eigenen Schlagtechnik. Auf diese Weise können deutlich bessere Spielergebnisse erzielt werden. „Handicapverbesserungskurse“ werden von einem speziell ausgebildeten PGA-Golflehrer durchgeführt und erfolgen zumeist in kleinen Gruppen. Die Golfanlage kann häufig während der gesamten Dauer des Kurses kostenlos genutzt werden. Für den Unterricht werden auch Schläger und Bälle vom Club zur Verfügung gestellt - zum Teil kostenlos. Diese Kurse zur Handicapverbesserung bestehen sowohl aus einem umfangreichen Praxisanteil sowie aus einem Theorieteil.
Natürlich sind Sinn und Ziel eines Kurses zur Handicapverbesserung, sein eigenes Handicap zu verbessern. Aber viel wichtiger bei diesen Golfkursen ist eigentlich, dass das Golfspiel selbst bei diesen Kursen zur Handicapverbesserung verbessert wird. Natürlich hängen diese beiden Dinge im Normalfall zusammen, jedoch leider auch nicht immer. Die meisten Handicapkurse werden für den Urlaub angeboten. Dies hat Vor– und Nachteile, je nachdem, was man mit diesem Golfkurs erreichen möchte. Möchte man lediglich Handicapverbesserung erreichen, ist es oft nicht ratsam, sehr viel an der gewohnten Schwung- und an Schlagtechnik zu verändern, sondern man sollte möglichst viel auf dem Platz unterwegs sein, um durch das kontinuierliche Spiel an Sicherheit zu gewinnen, immer weniger Schläge zu benötigen und damit eine Handicapverbesserung zu erreichen. Macht man jedoch einen solchen Kurs zur Handicapverbesserung, um sein Golfspiel zu optimieren, so hat man nicht selten mit enormen Schlagumstellungen zu kämpfen, an welche man sich erst nach und nach gewöhnen muss, so dass eine direkte Handicapverbesserung nicht immer möglich ist. Dennoch ist natürlich auf lange Sicht gesehen die Verbesserung des Golfspiels auch mit einer Handicapverbesserung verbunden und im Endeffekt die sinnvollere Variante. Ideal ist ein Kurs über 5 Tage mit etwa 5-7 Stunden auf der Driving Range und einer täglichen Platzrunde.
In Deutschland unterliegt die Handicapverbesserung außerhalb von Turnieren der Selbstverwaltung. Das heißt man geht mit einem Golffreund über die Runde, welcher die benötigten Schläge in die Scorekarte einträgt und den Spieler kontrolliert. Dieses Verfahren nennt sich Extra Days Score. Natürlich ist es ein leichtes bei diesem Verfahren zu schummeln. Letzten Endes hat man jedoch nichts davon, denn man muss das erreichte Handicap ja auch spielen können.
Die verschiedenen Golfvereine haben unterschiedliche Regelungen, was die Möglichkeiten der Handicapverbesserung betrifft. Einige Vereine akzeptieren eine solche Extra Days Scores nur, wenn die Runde auf dem Heimatgolfplatz gespielt wurde, andere Vereine akzeptieren auch Ergebnisse, welche auf fremden Plätzen erreicht wurden. Auf jeden Fall sollte man sich vorher bei seinem Heimatgolfclub erkundigen, ob dieser auf anderen Golfplätzen erspielte Ergebnisse akzeptiert oder nicht. Am einfachsten ist es natürlich direkt im Heimatclub einen Kurs zur Handicapverbesserung zu besuchen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich eine Golfakademie zu suchen, welche eine gleichzeitige Mitgliedschaft mit Teilnahme an einem Kurs zur Handicapverbesserung anbietet.
Manche Golfschulen bieten Kurse zur Handicapverbesserung an, bei denen man von Montag bis Donnerstag unter Aufsicht eines Trainers oder auch alleine übt und dann lediglich einmalig, am Freitag, die Möglichkeit erhält, sein Handicap auch wirklich herab zu spielen. Die wahrscheinlich bessere Alternative sind Anbieter, bei denen man vormittags eine vorgegebene Zeit mit einem Trainer auf der Driving Range verbringt um im Anschluss oder nach einer Pause jeden Tag die Möglichkeit hat, über den Platz zu gehen und eine Handicapverbesserung zu erreichen. So hängt die Wahrscheinlichkeit der Handicapverbesserung nicht an der Tagesform und es ist eine weitaus höhere Handicapverbesserung möglich..
Eine Handicapverbesserung ist auf 9 Loch oder auf 18 Loch möglich. Leichter verbessert man sich auf einer 18 Loch Runde. Denn spielt man zum Beispiel auf 9 Löchern 25, so hat man bei einer Runde über 9 Löcher eine Verbesserung von -7 (18+25), bei einer Runde über 18 Loch jedoch gleich eine Verbesserung von -14 (25+25).
Sollte man sich für einen Kurs zur Handicapverbesserung im Ausland entscheiden, ist es unbedingt ratsam, sich vorher zu erkundigen, ob die Verbesserung in Deutschland auch anerkannt wird, denn davon kann nicht zwingend ausgegangen werden.
